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Full text of "Krimmel Reutlinger Aerzte 1893"

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üteutlinpr $rfrfjitljtplättei:. 

ZlTitteilunc^sfclatt 

bes 

SHUrfjga nz\{ Mltzxtnmxüzxzxn#. 

9h‘, 4, IteitflittgßJT, Kult imö rftugup 1893. IV. 


Sutyalt. Oieittlinger Slergte itnb Ütpotbefer ttt beu Seiten ber Stetdjgftabt; Don s $rof. Itr. Srünmef. — 
@efd)tcf)te ber ©nttotcMmtg ber reicbsftäötifcben SSerfaffung StenttingenS (Sdjluf!); bou Dicftor Dr. fyrtbendi, ■— 
RcuUinget ©efcbtdjtSqucffcn: ®te (SameremSaubenbergifcbe ^ronif (Sortfet.uuig); Don Sdjeobor Sdjön. •— Hrfmtb; 
lidjeS betr. baS ehemalige Sfuguftinerflofter in Tübingen (Sfortfefcitng); Don SDetan Scbmolfer. — ®ie Rcntlfnger 
Sfktrigier; nnb 33ürgergefd;fecf)ter big gitr Reformation (Sortfeijung); Don Sljeobor Scbßu. 


jhj U nnb jvpofjjeßei' in &*n feiten ber 

©du Immntcl. 


($3 war leicht Doraugjufefieu, baff bie genaue 
Ourdiforfdfung ber brei Stcutfinger 2Cvd;ioe and; auf 
bau ©cbictc beb 3R eb ig i tt afloefeng ber £ReicC)ö= 
ft-abt StcueS gu ©age fßrbent, bte ©rengett itufcreö 
SBiffcng jurüdjditeben werbe. S« ber Sdjat finb 
and) in ben lebten Saftven manche öftere Sfergtc 
Belanut, ntandje Süden auggcfiiÜt worben. £H;cob. 
©cf; öit, bem nur biefe Arbeiten gumeift oerbanfen, 
f;at eine ITeöcrfidjt über feine ^ttnbe auf biefeut 
©ebiete toeröffentfieftt int „3Rebigim[d;en föorrefpon; 
bengbfatt, 1892 Sfr. 12 u. 13“. Slnbereg enthalten 
23ertd;te über Dcrfd;iebene ©iijungen beg Statur; 
ioiffenfd;aftlid;cn Seretrib Steuffingeu im ©citeraf-- 
angeiger Dom Oftober 1891. ©eftiiijt fjicrauf ift 
eg nun ntögltd;, bic Sfngaben ©attfer’g ergängenb, 
gtvar ttoef; nicht eine fttefenfofe 9teif;e ber 9Rcbiginaf= 
perfoncu ber Steidjgftabt aufgufteflcu, aber bod; eine 
big mb 14. ,3al;vf)uubcrt gurücfteitf;enbe ftattltcbe 
SfnjafVf berfelbcn namhaft gu tnadjen, 

3Bäfjreub in Ulm evftniafg im ^at;r 1409 cincö 
2lrgteg gebadjt Wirb*), gel)eu f;ier bte ©jntveu Weiter 
guntef. ©d)Oit 13 70 ttub nodfmafg 1386 toirb 
SR c i ft c r fp a it 3 berSBunbargt D o it 3f r o d; t e b 
fingen, Siivgcr ju Steutfingen, erwähnt; 1375 unb 
1377, im Ofafjre ber ©d;lad;t bet Steutfingen toirb 
genannt SJtcifter iöurfatb bereute!; er i^eißt 
1381 g e f d) )o o r e n e r ©tabiargt g u St e u U 
littgen unb figuriert alb fofd;er uod; in einer 
Urfunbe beb 2frmeitpffegard;iDg Don 1394. 

©g märe Don S'ittereffe, bie Sß e ft a lf n n g 3* 
urfunbe biefeg erften ©tab targte 3 fenitengu fernen. 
3u Ufiu crfd;cint ein foldjer er fl 1418, ber Don Söieu 
berufene, aug Rßeif b. @t. gebürtige tpans Otefd;, bem 
bic Hinter mit großer Liberalität „einen ©ofb Don 200 
©olbgufbeit nebft einer ehrbaren ftanbcggemäf;cu23ef)au= 
fung ober ftatt berfelbe.it 15 ©ufbett «’naugging" bewiffU 
gen. S n ©ftfingen, **) Ino Sfergte feit 1272 cr= 
loäfiut toerben, wirb afg evftcr ©tabtargt Otto Staut 


*) Säger, llfm’S tßerfaffitugg;, bürgerliches unb 
coinntcrgietfeg Seien im SRittelattev, ©. 441 rt. f. Sftie 
Slngabc Sägers ift übrigens faunt glaubhaft: bte Stabt 
1lfm bat ftdjer fdjott int 14. Sabrfjunöert 2lergte Befeffeu. 

**) f af f, @efcf;icbteber ^ei<b§ftabt(5^fingen4S,238. 


um 1413 genannt. £)tc brei ©täbte finb iitfofent 
ber .Beit Doraitögeciff, afg erft 1426 burcf; ^atfer 
©igigmuub Derorbnet toavb, bajf febe bcutfd;e Steid;S= 
ftcibt einen ©tabtargt anftelfen unb befofben fofle 
„mit 100 ©ufbett ©efbä, bic er mag meffen Don 
einer Äird;ett unb foff utännigfid;cn argneien umfonft, 
beim bie f;of;en SJteifter in C 45f)l)fica bienen niemanb 
umfonft, barum faf;rett fie in bie ,püff.“ 

©ö ift mm jebenfalfg 3 u f ft Qf ‘ 5a fi ^ beinahe 
burd; baS gange 15. ^a^rbunbevt fuitburd; über 
Steutfingev Sfergte nidjtg cvfobren: eö toirb gtoar 
1409 unb 1417 ein „SDteiftev Stätc Steife" genannt; 
ob berfefbc aber Slrgt mar, gebt aub ber ©rmäbnung 
nic£;t beroor. ©g loäre aber bag f5 c fff en eineg 
SfrgteS in fetter 3 e *t um fo auffaEcnber, afö aud; 
t;ier, tvie anbevtoärtg, 1439 — 1440 bie fßeft fd;recfficb 
gewütet I;abeit muff. 1481 ftvaftigiert ^teinvid; 
,fi e d) bou ©tetten, ber freien fünfte SR elfter, 
Ooftor ber Sfvgnct, wie er 1495 genannt toirb: 
er fofftc Diel Sfrbeit erbalten: benn „1482 toarb aüf;ie 
in ber ©tabt ein erfd;red(id;er ©terbet unter ben 
SRettfd)en, baff beg 5£agg ftarben au ber ißefttleng 
30 SRenfdten," fagt ber 2fnbaug gu gigtong ©f;rottif. 
Oer berüfnutefte Steutfinger Sfrgt aber aug jener 
früf;ett 3«t ift Sufag ©b ec f)tSf) art, Ooftor 
itt Slrgnei, ein ©obtt beg SReifter ©tebb an 
© p e d;t§b a l 't, Dicffeid)t and) eineg 9lrgteg, unb 
©nfef beg ©d;ulmeifterg ©ottrab ©ßed;tgb flV t. © l ' 
ftubierte 1449 in Jpcibelberg SRebijitt, toar bei 
©niitbuiig ber Uutoerfttät Tübingen afg ©brert; 
mitgfieb an gloeitcr ©teCe, nad; bem Mangler, in 
bte SRatrifef eingetragen morben, f;at oieQcitbt auch, 
Wie ©traud) (5f?fafggräfin SRäd;tifb p. 26) oermutet, 
an ber ^jotbfebufe gefefen. (Sr toar Scibargt ber 
in Stettenburg refibietenbeu fpevjogiu SJcädttUbtg Den 
Oefterrcid), gcb. fpfafggväftn am Stbetn, unb ibreg 
©obncg beg §ergog ©berf;arb I. Don SBürttemberg. 
1477 crfd;eint er als Phjsicus juratus beS ©rafen 
©berbarb im ©art (f 1496). SDiefer fjürft bat für 
bie SRebtjin ein gattg Befonbereg S»t ei:e ff e betf;ätigt: 
1491 beruft er einen Hinter Sfrgt, Sabautt ©toefer, 
ttacb ©htttgart, 1492 fonfuftiert er ben Himer 
SReifter ©teinböwef, fenbet and; im fefben 









58 


feinett Seibargt ©abpat non ©ittuow nad) Ulm, um 
ftcB bort, tno 1474 ein Server ber Slrgtteifunbe 
ermähnt wirb, in feiner 5hm ft ju oerooüfommnen; 
nad) ©ittnow’S ^ob fd>veifet ber ©raf non 3lugS= 
Burg aud nach Ulm wegen einer mebtgtuifdjen ©djrift, 
bie fidj unter bcn Btnlerlaffenen Spalieren beb £eib- 
argted befittben foüte. ©ein früherer Physicus 
juratus ©pecBtdBart mag in beit 9Oer 3 n Bren beb 
15. ^a§rf)unbertb itt bie 23aterftabt gurüdfgefeBrt 
fein, wo er 1500 in einer Urfitttbe beb 5hrcBenpfleg= 
ard)iOd genannt wirb; er ftarb nor 1521 (©ergl. 
Slotteler in ißefdjr. b. O.=21.91. I. ft. 476.) 
1519 ift alb iß§i;fifub tl)ätig Dr. 3 erg Kens, ber 
fpäter 1534 in bie ©teufte «Spergog Ulrid/d trat. 
3n bie Slmtbgeit beb 9leitg fällt bie merfwürbtge 
©ptbemte beb ^al)reb 1530, btc „fterBenbe Sauf", 
Wie fie in einem ©djreibcn beb 2TbtS non 5h5utg8= 
Bronn an bett SOlagiftvat genannt wirb. UntteindicB 
fd)leid)cnb fd^eint fie ©tabt um ©tabt f)eintgefud}t 
gu Buben, „baper nun auch in ©euifdjlanb eb attge- 
mein Würbe, baff aÜe .SpofBaltungen, Bösere 9tegicrungd= 
BeBörben, ©eridjtdfteücn uttb ©tänbenerBaitblungen, 
Bcfonberb aber andB alle poperen Sepranftalten ftetb 
Bin- unb pergogen. ©o tBeilte fidj bie Uninerfität 
©üBingcit in meBrere tShtpeilungen unb gog ftd) 
nadj ©lau&eurett unb die neu Bürg, btc fianbftänbe 
nacB SDlarfgröningen" (©djnurrer, ©Bron. b. ©eucpen 
II. 80.) 2litd) fpergcg tllrid)d ©odjter Slnna erlag 
ber ihanfpetf, bie jebod) im ffteutlinger ©ebiei feine 
nennenswerte 2luSbreitung erlangt gu pnBen fd)eint. 
3wet 3 a pte luug nad) ütcng’ SIBgang war pier 
fein 2lr$t meBr anfäfjig: ber Slpotpefcr Otpntar 
©djelp macpt tu einer ©ingaBe non 1564 geltenb, 
baff er itt jener 3 e it paBe alb 2frgt funktionieren 
muffen. 1536 wirb Dr. Sitartin ©tirmlin alb 
2Crgt gugelaffen, ber jebocB fd)ott im fofgenbeu 3 a pre, 
1537, eBenfaflb an ben WiirttemBergifdien fpof über; 
fiebeft, worauf nun Wteber ber dlpotpefer praftigiert. 
1538 treffen wir alb 2lrgt Dr. Äirmann, ber ftd) 
namentficB bie SSerBeffenmg ber 2tpotpefen angelegen 
fein lieft. 1569 wirb Dr. dttcolauh 5Dtögting 
Oon Äempten per alb ©tabtargt Berufen; fein 2Sarte= 
gelb mag itiebrig geWefeit fein: nodj tut 17. 3<tBr= 
Bunbert betrug eb 40 fl., 20 ©cpeffel ©tnfel, 4 
©dBeffel 5pa6er unb 3 ©imer 5öcin ncbft freier 2Bopn= 
«ng. Slud) meint ber 23uvgOogt oon Tübingen, 
5panb ^ermann Odjfenbad), ber 3tat oott dient: 
fingen föntte wof)f feinem neubefteüteu ©tabtargte 
gWei ober wettigftenb einen Söageit mit 33üdjern ttub 
JipauSrat mittefft ber ©pitalfupr oon Tübingen nad) 
dtcutftngcn fd^affen faffett „in Sebettfung, baff bie 
3apre§Befolbung gang Hein unb gering fei.." 
1573 wirb ber Vertrag mit Sltögling auf weitere 
brei 3uB rc erneuert, ipm aud), fo fange er ein 
3loft l>altc, oier ©djeffel tQabev gubiftiert. 5)1 ad) 
2l5Iauf btefer Qfttfi wirb 1516 Saitrenftub 
.£> p p e r i u 8 auf 1 3apr afb ^ppfthtd ange= 
nommen; bod) foü er ben bamaltgen 'älpotpcfcr 
© p r i ft o p p SOI ü ll e v neben ftd) praftigieren 
laffett; festerer foü fiep aBer 15 77 barüBer 


cntfd)eiben, oB er bie ärgtlidje 5J$rapiö ober bte 
2lpotpefe attfgeBeu Weite; inbeffett erlag SJtüücr 
fowopt alb Dticol. SDlöglhtg ber fdjrecfltdjen 5hauf= 
Beit beb dJaBreb 1577. ®eb tet^teveu ©ebad)tnib= 
tafef „tu ber Äird)e an ber 2öanb neben ber 35or- 
firdje" f;at ©rnfiub übermittelt; bie 3 u fcBrift tautete: 

Nicoleus Mögling septem, Reutling.a, per amios 
Doctor eram Medicus, non sine laude, tuus. 

Mille et quingenti septemque decennia, sexque 
Anni ibant mediutr», Jane bieepsque tuum: 

Octo ego lustra videns anuumque fragillima clausi 
Lumina: morsque mihi termina ventris erat. 

Quam docui infirmos, mihi erat patientia curae. 

Vivus eram Christi, mortuus ejus ero. 

®ie f?ranff)eit beb Sfaljveb 157 7, „ber große 
i ©terbet", muß l)tcv fd)vedlid) gewütet Baben. 1575 
| foü bte @ettd)c bttrd) einen ßorfaveit attb ber SeOattte 
j nad) Palermo gefontmeu fein; 1576 tritt fie in 
dlorblingen auf, 1577, einem nafjfatten 3oB re < 
Bier in dteuflingcn. 5)tod) im Oftober 1576 wirb 
gwei Uvadfent oergönnt, „mit iBver tpaubBattung 
aüBero bem ©terBent gtt entflieBett" ; eb würbe 
aber bod) gugteid) oerorbnet, „baff Bei ©traf 5 fl. 
niemanb oT)ne o6rigfeitlid)e Sewilliguug einen, ber 
auS einem ftevBenben Ort fömmt, länger alb ii&er 
3lad)t BcBerBcrgcn foüe". 3m 2lugitft 1577 aber 
begann bie föranfl)eit aud) l)tcr: oont 31. Stuguft 
an geBcit regelmäfgtge SlrantBeitSbericBtc ttad) ©iibin: 
gen, auS beiten ©rufiub gefd)öpft fyaben mag, ber 
fagt, eb feien im ©eptember 89, im OftoBcr 266, 
am 4. bebfelBen allein 17, im dtooember 204 
Seufe geftorben; bie ÄYanfB c 't wütete Bib 3 aituav 
1578 unb raffte nacB ©ruftub fowopt alb nacB 
§ off ft etter naf)e an 1000 5Dlenfd)cu ptuweg. 

„Diel punbert lltenfcBen jung unb alt 
Sterben btsmal tu gleid/er gftalt 
(Sott möü tpu allen gttäbig feilt 
(Ein felig (£ttb uns geben fein" 
fagt gigion. ©r nennt alb Opfer ber ^ranfl)eit 
aufjev ben erwaBnten SDtchmcrn ttod) ben 5ßfuvrer 
M. Oaniet 5Dlaler, ben Dleftor ber lateinifdjen 
©d)ute M. ©ufebiub 23eger, ben iöürgcrmeifter 
SloctenftiBl. 2tud) ber wadere Saumcifter §attb 
SDtauB, ber ©rBatter beb DlatBaufcS, bev nid)t näBer 
Befaitute Slrdjiteft $anb SQißliu, fielen ber Jbranf^ 
t;eit gum Opfer; ferner nennt eine ©Bronifnad)rid)t 
unter ben geftorBenen Slergten ben Oartfdierer ©eorg 
^'afnadit. ©b war wät;renb ber fdjvecfltcl)eit ©age 
ben 39arbierern unb @d)erern erlaubt, „wenn fie 
Ülrme argneien, i^re Dledjmmgeu eingugebeit." 2lu<B 
bte ©eiftlitBen mufften entlaftet werben: Beittc man 
fdjou Bei Sleginit ber föiantycit bie Seid)enfager gu 
Äranfentröftern itnb 3 M fpted)ern Beftcllt, fo würbe 
nun tut 3ßerlaufe ein abgebanfter ©djulmciftcr OBonuib 
Oettinger gu btefeut Oteitfte oerorbnet. Oa^ man 
nidBt jebem SSerftorbenen bie Seidjenprebigt B a ^ en 
fonntc, ift flar; fo faitb bann täglid) um 3 UBt 
in ber 9l{folaifird)e ein gemetnfamer Itrauergoiteb: 
bienft ftatt. 9lad) 5 lll;r abenbb burfte in feiner 
3unftftube meBr Weber geged)t nod) gefpielt werben. 
3>t gefuubBeitbpoligeilid)er tQinfidft würbe oerorbnet, 
eb foüe „jjpäb unb ©rät" ber 2ferftor6cnen im 



$aufe, nicht, tote foitfi gebräuchlich, ctit öffentlichen 
Brunnen gcmafdjen Serben; bie Silber foflten fortan 
nur breimal med)enttidj Sab galten, ftatt, tute fonft, 
5mal; audj füllten bte uott bev Jfvatifheit ©ettefcnen 
3 — 4 üöodjeu hin öffentliches Sab befugen. 

Sott ßaurentiuS £>t)peviuS wirb nod) gemelbet, 
baff er 1577 jmei gebammen eyaminiert habe. 

Stuf ihn folgt 1580, entgegen einer Eingabe 
bei ©apler I 617, Dr. Sleyauber Sämerei 
uott Tübingen. ©r ift tt ad) Uott @eorgii*©eorgenau / 
biogtvgetteal. Stätter p. 110 bet ©ofm beb 1585 
Uerftorüencn VürgermeifterS Slleyanber ©amerartuS 
itt Tübingen; am 9. ^uni 1591 beruft i£jtt ©vaf 
gviebridj uott gihftenberg ju einer Äonfultation nad) 
Xvodffetftngeit. ©anterer ift eilte ganj §erbor= 
ragcnbe fßerfönlidpeit getuefen: tlpn Verbauten mir 
bie bermalen itt biefett Siebtem im ©rfdjehten 
begriffene 6 f r o nif bev ©labt Seit tlin gen, bis 
1594 rcidjenb, in tueld;em ^afre 2lley. ©anterer 
geftorben fein mag. SßemetlenSWevt ift bie 9tad)* 
ri d )t über eine int Bjaljt 1585 aufgetretene epibe* 
tmfdjc Sungen cn t$iinb u n g. Stuf 2lley. ©ameret, 
neben betn iiod) ein SBiinbatp 3>onctS Ortlieb tljfttig 
luar, fdjeint nun ©ebalb ©toffel ju folgen, 
aus beffett Äorrefponbenj mit beut Safe Ifetoorgefjt, 
bafj bev ?ß^t;ftfud eine 2lnitSmohmmg hatte. Stoffel 
ioirb 1604 genannt; er ftarb 1609. ©ein iltadp 
folger luar ber @oI;tt 2 lleyanber ©amerer’S, 3 ol;. 
Subolf, meldjcr pterft in Qrfjlingen, bann fjter 
2lvp ift; er ift ber Vater beb 1634 geb. nacbfjerigen 
SürgcrmeifterS ©bcrljarb ©anterer. Von 

1639 —1673 ift ©v [> a r b SBudjerer Sfiuftltto ; 
itt feilte Slmtöjeit fällt eine uon beit ©hroniften 
ermähnte ©forbutepibemie Uon 1646. 3>l)m luar 

alb Slbjitnft beigegebett ber Licent. Med. Sorenj 
©ff eren, ber jüngere ©ol;n beS SlpotljeferS $eim\ 
©ffeveu, meid)er aber 1665 feinet ©teile enthoben 
mürbe. ©tatt feiner fungiert nun ber im felben 
f$al )re Ijierfierge^cgette Dr. med. ©arl Sarbiti 
uon Tübingen alb 2 . ?(rp, unb als Sötteuerer itabt) 
Uieljäljriger Slintbfüljrung am 27. 3>uli 1673 ftirbt, 
mitb IBarbili tßhpftfuS unb ßoren.^ ©ffereit ihm 
beigegeben. Sarbili l;at alb junger ?Xrp bie jammer* 
UoUfte Beit Ber berüchtigten ,£>eyenp r 05 eff e l)ier 
burd)lebt; bie biirftigen Sadjridjten laffeit erlernten, 
baff er ba unb bort BeftreBt luar, fidj ber uuglüd* 
lidjen Opfer anpmehmen: 14 9Jienfd;en finb f;ier 
in ber B e d vom Februar 1665 bis Stuguft 1666 
bent fdjretfltdjett Söaljne juut Opfer gefaben! 
1679 ioirb ißarbili mürttevnBergifdjer Sat unb 
SeiBmebiluS uitb erhält baS Uß()t)fifat ju (Salto. 
Oer Saf ft eilt ihm baS BeuguiS treuer Otenffc 
unb riif;mlidjen Verhaltens auS. Sad) feinem 
SSeggattg folgte, unter Uebcrgebung beS mebr-- 
fad) ermähnten Sorenj ©ffereu, beffen SemetBttug 
gunnfgelviefett ivivb, Bol;atnt S|5^i 11 pp ©Itocrt, 
Lic. Med , ©ol;n beS Ijobtigräfi. nafjaui]d)cn föon* 
fiftorialrats, SßfarrerS unb ©uperinteitbenten pt 
fjbftein. ©ffeveu bleibt Slbjunft; er erhält 1685 
ju feinen 40 fl. SBartegclb nod; 20 ft. Zulage unb 


evfd)eint 1691 als 2. ©tabtphhfifttd. ©Imevt ftarb 
1722; ihm folgte fein ©oljn fDfichael ©Imert 
(1722 —1736). Seben biefem h ft lte als Physicua 
extraordinarius fjjofeph 33 ait er, @ol;n beS 5ßfars 
rerS 511 2Bannmeif, Oieufte geleiftet, ber mm uotTÜdte 
unb bis 1745 als ^hpfilitS hi er weilt- Sun er« 
fdjeint als üBeloerber eine fel;r nterlmürbige ff-igur, 
ein getoiffer 3°h- ^edtr. ©djäfer; feit 1740 in ber 
©tabt mofmenb unb mit Dr. Sauer uerfd;mägert, 
tjetgt er in beit ^rutofollen halb Stpotheier, halb 
„Doktor bnllatus“. Sebeutet btefer 31uSbrud 
vielleicht, ba § ©chäfcr im Sefi^e eines Uon einem 
„Sfal^grafen“ auSgeftellten OolforbiplomS mar? 
^ebenfalls fdjeint er felbft barauf nicht alljuuiel 
Söert gefegt gu buben; WentgftenS überreicht er betn 
SDtagiftrat eine Oiffertation pro gradu Doctoris, 
meldie aber als unücbt erlanut morbeit fern foll, 
maS ben 3(uSfd)luff beS SetuevberS jitr golge hatte, 
^npoifdjcn hatte man fich entfd)foffen, puei ©tabt* 
ävjte anpt[teilen unb poav Dr. fjol). (Sl;vift. ©Imert, 
ben ©oljn beS ObcrhelferS 3°h- ^ßh^- ©ftuert unb 
Cf hilft. Saul Seger, ben ©0 f;n beS ©UnbifuS 3°h- 
©eovg Seger, meldjer fcf) 01 t 1752 ftarb. 3°h ann 
Khrift. ©tmert ftirbt 1793. 3luf ihn folgte fein 
©olm, ©oftfr. Heinrich, f 1836, an beffen ©teile 
bann, als er fränflid) mürbe, fein ©ohn 3Dlid)«cl 
©hviftoph trat, -j- 1859, beffen ©ohn unb (fnfel 
ebenfalls als Sferpe hier tljättg maren refp. nod) finb. 

21 iS 2. ©tabtarp finben mir nad; ( 50 h. ©eorg 
Veger’S Oob ben Sicentiaten ber ^Irpteifunft 3°h- 
©eorg SBeinntann, ben Verfaffer ber, fomeit belannt, 
elften Flora ßeutlingensis. Oie Slrbeit, mit ber er 
1764 unter bem S^äfibium Sh. Qv. ©melin’S 
promouierte, fütjrt bett Oitel: „Dissertatio inau- 
guralis sistens Fasciculum plantarnm patriae 
urbi vicinarum, sponte crescentium cultarum- 
que cum usu omni earundem plebejo.“ ©S 
finb in biefer Slvbeit ca. 150 Vflanjenarten auf* 
geführt itebft bem ©ebr andje, ben Slergte unb Saien 
pt ^etlpueden babon ntadyen. 3Senn fo and) bte 
2lrbcit unS feineSmegS ein 33ilb giebt uon ber fjlora 
ber Umgebung, fo jeigt fte bod), mic fd^ott ©apter 
herUot'hebt, red)t eiitbringlidj „bett ©lauben beS 
hieftgett Volles att bie mebipnifche SBirluttg feinet 
Vflanjen." 1769 ließ 3Beinmann itt Karlsruhe 
einen „Tractatus de chara Caesaris“ erfchebten. 

Bit Slnfang beS B a h r h u ttbertS treffen mir hi ev 
Uiev 3lerpe: bett OBeranttSarjt 5j31>iIipp ^atob 
f^ehletfen (f 1 834), ©ohn beS gfcichnamigeit 
2lpotheterS unb 33ruber beS 9lpothcterS 3°h* ®aoib 
Schleifen, ben ObevamtSmunbarp 3oh- <Sb)rift. 
@al;ler, ben fd)ott ermähnten ©ottfv. ^riebr. ©Imevt 
unb ben ^»ofmebituS Dr. fjr. 21ug. SSemtitinger. 
4770 hk r goboren, t)at SRcmtninger Uon 1788 ab 
itt Oübtngett fhtbtrt, mar 1791 in SBtett, um fich 
bann 1792 h* er nieberptlaffen; er promouierte mit 
einer Diss. inaug. med. qua Dyscatabasis 
pharingea-oesophagen chocradica casu illu- 
stratur, Tub. 1792, fdjrieb 1801 eilte „Belehrung 
über bie ©ittimpfung ber SEftilchBIattcrn ober Jtulp 



pod'ctt atö ein fidjereb mtb bitrd) bic ©rfaljrung 
gubertäfftg erfunbeneb ©Rittet, fid) oor ber Stnftedung 
ber natürlidjen ©tattern itnb oor bereit ©erfjeerung 
51 t ftdfern. Sfteutl. ©rö^inger 1801." 1805 rer« 

offentlic^tc er fobamt ben „©erfucB einer ©efdjreiBung 
ber (Stabt SReuftingeit" (öergl. ©rabmann, bab 
gelehrte ©djmaben <3. 375 unb ©otteter in ber 
©cfd)r. b. Oberamtb fft. I. @. 489.) 

, 25aß in ©teutlittgen erft im 16. Ojahrhunbert 
eine SlpotheEe errichtet mirb, ift auffattenb: ltlm 
Befaß eine fotd)e fd;oit 1327, ©tugbburg 1303 mtb in 
©ßliitgen mirb fogar 1300 eine 2tpott)eEe .'peittrid) 
genannt. 25er ältefte unb erfte 2tpotheEer in l)teftgcr 
Stabt mar Ottmar ©djelj. Qu einer Urfimbe 
1564 fagt er, jur 2tbmefjr tnanigfac^cr, unb tute 
eb fdjeint, beredftigter Ätageit miber feinen ©efdjäftb-- 
betrieb, er Betreibe nun fdfon 30 ^'aßre taug Bier 
eine 2tpothefe, wo Werbern feine gemefett fei, 
motnit üBereinftimmt, baß 1534 ber ©Ragiftrat fiel) 
non ©ßtingen eilte 2 t p ofßef ertapc erbittet, ba 
er biefer 25inge ttidjt fuitbtg fei ttub im ©egriffc 
ließe, Bier einen 2lpotßeEer gugutaffen. 25ie ärgtlidjcn 
©erßältniffe mären um jene 3 e it feßt inißtid)e. 
25er SßßhfiEuö $erg ©tenj tnar 1534 in ©Biirttcmber-- 
gifd)e 25ienfte getreten mtb bie Stabt entbehrte jmei 
^aßre lang eittcb 2(rgteb. 25a Babe nun, fagt ©eßetg, 
er fetbft praEtigiert, um feine nun einmal eingerichtete 
2lpotßeEe nid;t nerbevben gu taffen; er nictbet and;, 
baß er ftd), alb nad) ber 9tnfnuft eilieb neuen 2tvgte < 3, 
beb Dr. ©Jtartiu Stirmlin ein größerer ©erbraud) 
gu gctnärtigeit luav, nad) QraitBfurt Begeben tja Be, 
um bab ©Xötige an Simplicia unb Composita 
Materialia gu laufen. 916ci 'Stirmlin ging nad) 
j^aßrebfrift ab, ber 2lpotßeEer machte fdjfedfte 
@efd;äftc; feine ©itte um ein ^a^x’getb mirb abge= 
fd)tagen, unb fo giebt er 1540 feine 2tpotfjefe auf, 
morauf ein fd)ott früher attb Italien gefommetter 
.fbränter, SOIid) aet .pagEß, eine fotdfe eröffnet, 
meldje bann 1558 Dr. med. .pattb ©ßriftoph ©Rütter 
attb Tübingen um ben ©reib oott 360 ft. über: 
nimmt, mie cb fd£>etnt auf ©erattlaffung beb bamaltgett 
©BBfifub ©ßrift. üirmann. 25iefer hatte bem Käufer 
gute @efd)äfte in ©lubfidjt gefteftt: ber 21 bt üon 
3 miefatteit unb fein Ätofter bebürften iaßrtidj für 
miubeftettö 100 ft. ©RebiEameute, bie .ßlöfter Offen: j 
Baufett ttttb ©JtariaBerg für 50 ff. SOtütter ließ ; 
and) ridjtig bitrd) feinen ©cBtoager Seb. fjfedjter, 
StpotßeEer in Stnbau, für 100 ft. frtfcCje 2frgitetett 
attb Utm, SRimtberg, fjranffurt fommeit, mad)te 
aber fd)ted)te ©Sefdfcifte, irohbent er bie ©fpotßef'e 
um ben billigen ©reib bon 360 ft. erftanben t)atte: j 
nod) 1560 mären 300 ©itdffeit ttitangcbrocBen unb ! 
non 30 ©fb. ©pvup hatte er nur 1 ©fb. ahgefeßi. 
©on ben jllöfterit t)attc er itt 2 ^aßrett 26 ft. 
eingenommen. Jfirntauu flieht t and) Echte große 
©rayib gehabt 31 t haben: man manbte ftd) an bic 
©übtitger Olerjte unb begog and) bie 2 trgneicn 001 t 
bort. 21 ud) bie I)iefigen Gramer machten bem 
©Ipcißefer ilonfiivreng; fie oerfauften D^^aBaxhöer, 
Qa'angofenßolg, ©atnpßer, grillten ^itgloer, ©Ragcm j 


60 

putoer, Sföututfauieit, SOtaftip, ©teimeiß, 3i nuü ^ el h 
Quedfitber, @d)mefel mtb aitbere oerboteue 25inge, 
fo baß ©tixCfer fein ©efdjäft gmei taug mit 

©d)abeu führt; er bittet beim am 17. ^uti 1560 
uut ©teuer: uitb 2ßad)freit)eit mtb um ein ©Barte* 
i gelb — ert)äft aber gar feine ©utmort. Sind) ber 
friit)ere 2 (potf)cEer Othmar ©dfeth unb fein ©ol)it 
©igntuub ©d)dh fd)einen fid) atö 2tpott)cEcr mtb 
Jhtrpfttfdjcr t)ier aufget)atteu gtt h rt l eu « morüber 
1564 ©efd)loerbe cintäuft. ($3 mirb bem Sigmunb 
©d)efh bie Sluftage gemacht, er foHc fid), meint er 
21 pott)efe hatten motte, epaminierett taffen ober im 
^rüljting, Sommer mtb ^eibft eilten ©et)itlfen 
j f) alten; unb ba er Eeiitcd Oon Beibeit ttjat, fo brot)t 
man ihm mit einer ©ifitatioit; 1573 fdjreibt ber 
SOtagiftrat, oiettcid)t um fid) fetbft auf biefe ©ifitation 
gruttblid) oorberetten 31 t föttnen, mieberttm nad) 

. ©ßtingen um bie 9[pütf)eEcrtape unb 157 6 mirb 
| bann attd) richtig bie ©djcth’fdje 2 tpott)efe oifitiert 
mtb gmar bitrd) bic bret ©ürgermeifter unb ben 
i ©tabtfd)veiber. 2 Bie bic ©ifitation auöfiel, miffeu 
| mir nicht, mol)l aber, baß bem ©dfcttj, 1577 fomotyt 
bic ©rartö atb ber OCvgneiöcvEauf gangftet) unterfagt 
mürbe „weit er fid) Werfdjmoren, Eetuc Olrgnei hinauf* 
gugeben, er fei beitu Begat)tt; cö mar nämlid) ber 
©terbet." ©ein „21potf)eEcrEorpu^" erftet)t ein 
gemiffer 2 tnton J?orber, über metd)en niebtö nahered 
; bcEannt ift. ©emerEcitSmert ift, baß in ben 60er 
fahren beö 16. ^ahrf)uubertß and) barüber gef lagt 
mirb, baß bei Trainern, Sanbpfarrcrit unb Sränfteö* 

; mdmtent Olvgneieit oer'fauft merben; am ©nbc beb 
16. ^at)rf)mibertb gog (Sged)iel ei 11 tamt, ber ©ol)it 

bc§ ©rcbigct'ö ©eit nad) SRettffhtgen; er mar in 
©omartngeit mtb bann iit ©Beit ©farm* gemefen 
mtb üoit festerer ©tette, mie ©apler oermutet, 
meit er ntebiEaftrierte, enttaffen morben; hier nun 
betrieb er bas ^»aitbmerE in größerem ©titc: er 
Babe atb SCrgt eilten ^wtauf beEoutmen, fagt fjugion, 
mie Eattm ein 25oEtor im gangett ßanbe. 2tud) ein 
©alomoit ^ttb attb ^)ed)iitgen Bat bantalb rieten 
Bteftgcn ©i'trgern Otat unb Olrgneien erteilt. 25eitt 
„großen ©terbet" erlag, lote jd)on oben gefagt, 
fomot)t ber ©BpfiEttb Oticot. SOiögting alb ber 
9(pofhcEer <SB>v. SDiiUler. 25eb lehtcreu ©öitme 
fd;eiut ttachmalb ber ©chörbc oict Untiift bereitet gu 
Baben; fie toar 1578 famt 4 ^tubevit 31111 t 2oI)it 
für bie guten 25ienfte tt)rcb SOEanneb gratib ittb 
©itrgct'redft aufgenommen morben, führte aber mtcr= 
taubter 2ßcife bab @efd)äft beb SOiaitncb fort, gab 
9trgueicn attb mtb befaß bab ©Baffer, mogegett 1579 
25oftor ttub ?(potf)efci' itfage erhoben. 2tm 2tufaug 
beb 17. ^aht'hmtbertb hören mir bann oon einem 
2tpott)eEer StRainberger, bann 001 t einem gemiffeit 
SfReiti attb ItracB, beffeu ?Cpotf)eBe im f^cf) t e t f en= 
fd)eu Jpaufc mar, unb 1635 erfct)cint neben 
SOteiti atb jnacitev 2tpotf)cEer £>cinrid) ©fferett. 
25ie ©fferen entflammen einer r£)einifd)en 21betb: 
familic; Dr. ^peinrid) ©fferen 001 t Äötn, ber ©of)tt 
beb ©abpar oon ©fferen unb ber ©tgiicö 001 t 
©d)itten, mürbe ©pegial in ©ietigheim, ^nfpeftor 




61 


bet cvangcl. Hird)e 51 t SJtöinpelgarb, gntept “Pfarrer 
in Sfßiuneubcu, wo et 1590 ftarb. ©ein ©opn 
Jpeinridt War ebenfalls ©eiftlicper, gulejst 316t in 
Slupaufeit unb beffett'©nEel, bet ©opn beS 5pfarrcvS 
von ScutetSbad), ift bet vielgenannte picfigeSlpotpeEer, 
ein ÖJJattn, weld)er bet ©tabt in beu fd)weren 
beS 30j«prigeii HriegeS oft unb viel als gefd)icEter 
llnterpärtbler ttene unb gute Oienfte geleiftct pat. 
J 064 er f cp eint et als gweiter Sürgcrmeifter; im felbett 
3 >apv luivb fein 2 Beib STiagbaleiia bet .Jpeperet 
bcföpulbigt, Tratte fid) aßet bet päfjlidfetr Verfolgung 
bitte!) bie fylttdft nad) Tübingen entgegen. Sind) 
bet Scann Eitnbete 1665 baS 33ürgcrred)t unb gog 
nacb ©annftatt, na cp betn et 30 3 a pr laug liier 
SIpotpeEcr geWefcu; „ein braver, tvacfctet Staun" 
fagt bet (SCjronift Ooffftetter, „beut matt wopl 
traute, et gäbe einen falben ©pnbicuS." Statt 
Weif, baff dffeten in bet ^olge, grüpjapr 1666, 
gegen ben SCmtSbiirgernteifter 3 ß l)antt Vpilipp 
.0 au bettbe tg er jetten berüpmt geworbenen Srogefj 
angeftrengt X;at, weldfcn biefet ju einem foldfen 
gegen bie ©tabt gu ntadfcn muffte, ein ^progefj, in 
tue Id) cm bie ©tabt unterlag unb (l.OEt. 1670) gur 
Scgaplttng von 5000 ff. an ©fferett verurteilt tvurbe. 

SaitbenbcrgerS §aff traf aud) bie ©öl)ne ©fferenS: 
trobbem biefer fcpoit unter betn 1. 2fttg. 163S baS 
in eiltet bemoEvatifd) regierten ©tabt merftvürbige 
Stonopol erlangte, baff tiinftig tiid)t geftattet tuerbeu 
folle, citt britteS SlpotpeEerEorpuS aufguridften tmb 
baff fogar, wenn Steni abgepe, bie 2lpotpeEe einzig 
unb allein auf il;m unb feinen ©tbeit, fo ftc baju 
tauglid) feien, verbleiben unb er ber SlpotpeEe ivegett 
ber ©inguartierung unb ber orbittären ©teuern, 
fyropn unb 2Sad)t frei bleiben fülle, unb trop betn 
©ffcieuS ©ol)it §eittrid) ein tiieptiger SIpotpeEer 
war, fo wirb bed) am 9. ©epi. 1665 befdfloffen, 
,,tveil man einer woplbefteÜten 2 [potpe?e benötl;igt 
fei," einen SSitrgcrfopn, DtiEoIauS Seper gtt berufen. 
Hub als biefer nid)t $olge leiftete, laut nad; beS 
alten ©ffeven Stbjug (19. Ott. 1665) ©ottfrieb 
Srigel Von Siberad), ber am 22. San. 1667 
liier 23ärger unb 1669 gugleid) mit Jp. ©fferen auf 
baS in 12 fünften beftepenbe ©tatut vercibigt 
wirb; beibc erhalten 10 fl. SBartegelb ttttb ftttb 
frei von fjropu unb Söadit. Hurge pdbett Wir 
alfo jept liier 3 SlpotpeEett, Steni, ©fferen unb 
Orige!; letzterer übernimmt aber fdjott 1670 baS 
Steni’fcpe ©orpuS unb betn ©fferen Wirb 1685 
baS Privileg beS VaterS, woitad) nur gwei SlpotpeEen 
pier fein feilten, erneuert. ©iugefd)attet mag pier 
werben, baff ber junge Ip- ©fferen gleich nad) ber 
Ueb er napme ber SlpotpeEe um 20 fl. geftraft worben 
war, Weil er 5 Sapre guvor einer als £te;re getopften 
unb bann verbrannten .2BeibSpcrfoit gu gWeieu Stalen 
SlrfeniE für Stöufe unb Statten gegeben l;atte, womit 
fie angeblid) eilt 2 Beib vergiftet fabelt füllte; er 
Würbe augewiefen, ttinftigf)in SCrfenif nur mit Vor* 
Wtffen beS SInitSbürgcrmcifterS auSgufolgen, „Wie 
feit alten Seiten biefer bie (Erlaubnis pabe geben 
ntüffen." Oaj) and) §. ©fferett’S gweiter ©opn. 


Soreng, Sic. Steb. 1665 „beb ent lieber llrfadfett 
Wegen/' feiner ©teile als SlbjunEt beS ifa^pfituS 
Söucpeter entpoben Worben War, pabett Wir erWäpnt. 
3'iibeffett fottte nod) im 17. ^a^r^mtbert eine 
3. 2tpotpeEe erfteben. ttmS 3«pr 1690 will fid) 
Sol). Pfennig als Sfpotpefer pier nieberlaffen, 
erlfalt aber, beS erwähnten ^Privilegs Wegen, nur 
bie (Erlaubnis, eine Staterialwarenpanblung 3 U 
erridjten; nad)bettt er aber von 1692 au feine Sitte 
| öfters lvieberpolt £)at, Wirb fie ipttt 1699 gewährt, 
unb er errid)tet bann bie 3. Slpotpete „gutn ^pirfd)". 
5?urje 3 ß it pinburd) beftaitb fogar nod) eine vierte, 
in ber unteren 2Bitpelmftra§e, gegenüber ber SiifolauS- 
Eapeüe. S°b anneö ©t^ntib, ber ©ol)n beS Untere 
©tabtred)nerS gleid)ett 91antcnS, patte eS 1724 
fertig gebrad)t, feine SOtaterialwarenpanblung and) 
in eine 3lpotpefe utnjttwanbeln, aber nur mit perfötw 
lid)etn Sbetpt; nad) feinem 2mbe (1739) Eam fie in 
ben Seftp beS oben als ^Bewerber um baS 9ßpPfit a t 
erwähnten §erm. ©i^äfer, ber fie aber nidft 

met)r als SlpotpeEe, fonbertt nur als ^lanbtung 
betreiben burfte. 91ad) langen SSerpanbtungeu ging 
1747 bie Offizin „mit allen SJiebicamentert, SÄate- 
rialiett, ©itnplicibuS uttb ©ompofitiS fantt benen 
vorbanbenett SafiS für unb um 600 fl. baar ©elb 
neöft 6 ©itfafett in beu ifauf" au bte bret attberett 
2tpütl)eEer, ben ©enator §einr. ©fferett, 

.fteiitvid)Heller uttb S°P- 'Sepletfett über, unb fortan 
blieb eS bei 3 SlpotpcEen, bereu ©dfidfale wir nod) 
Ettrj verfolgen wollen. Oie ältefte ift bie Sftetti* 
Srigel’fd)e, „jumSöWett"; ©ottfrieb SrigetS £od)ter 
peiratet :tad)einaitber jWei StpotpeEer, erft Seo 
Oüblin, bann §eittricp Heller, wetd)e Beibe bie 
Slpotpefe betreiben. Heller’S i£od)ter pciratet fobann 
ben StpotpeEer SlplifP ^ e pl e ^ en / beffen 

Familie bie 2lpotpeEe fid) nod) peute befhtbet. Oie 
jWeite, bie ©fferen’fcpe „jum 21bler", erpielt ftd) lange, 
bttrd) 6 ©enerationen, bei ber Familie: nur Eurje 3 e ti/ 
um 1710 Waprenb ber SltinberjaprigEeit eines 
©optteS, würbe fie buröp beffeit ©tiefvater 2lbam 
©eprepvoget, betrieben. OaS SilbttiS beS letzten 
©fferen, 3J?attp. ©ottlieb, beS letzten SJJanneS, ber 
in Obeuttingen einen 3 °Pf getragen paben foH, pcingt 
in ber 211tertumSfamntluug, ebenfo tvie ber alte 
©d)ilb ber 21potpeEe aus 1740. ©eine 2lpotpeEe 
ging 1819 burd) Hanf, jttm S rß iS Von 14 500 ff. 
über an Gfpr. ffr. grauer, bann an 2 tpotp. Saitcrle, 
von biefent an 2lpotp. 2BieberSpeim uttb enbltd) an 
O. Had)et, beffen ©opn fie nod) peute betreibt; bie 
Pfennig’fd)e, ,,gum .ftirfd)" ging juerft burd) 

Beirat ber Smdfter über auf beu Stammvater ber 
piefigen gepfeifett, 3°ljWtteS f^epleifen, ©opn beS 
epieronpnutS fyepleifen, ©pirurgS, 21bIerwirtS uttb 
HaftenpflegerS gu Siürtitigen, ben Soater beS vbge; 
nannten ippilipp 5- Oie £od)ter S°P a i t = 

iteS fy.’S peiratet bann 1767 ©teppatt Hüttel, 
in beffen fbanttlie baS JpattS bis 1831 blieb, tit 
Welcpem Sapre eS burep Hanf au bie fyamilie gindp 
überging. 1888 pat batttt §einr. SSeiffbeder JpauS 
unb @cfd)äft übernommen.